Nepal 2007

2007 sollte ein Reisejahr werden – und es startet im Februar mit Nepal.
In den nächsten 4 Wochen werden wir sowohl den Süden als auch den Himalayateil Nepals kennenlernen. Im Süden erwartete uns der Royal Chitwan Nationalpark und Lumbini, der Geburtsort Buddhas. Im Osten Pokhara, zu Füssen des Annapurna-Himals, Kathmandu und natürlich das Trekking im Khumbu.

Diese Region an der Grenze zu Tibet beherbergt die Riesen die mich schon lange faszinieren. Die Ama Dablam, Cho Oyu, Lothse, Cholatse, Taboche und allen voran der Mt. Everest. Das Trekking führte uns 3 Wochen lang immer dem “Sagarmatha” entgegen, wie schon reihenweise Expeditionen zur goldenen Zeit der 8000er Erstbesteigung vor uns.

Ich war schlichtweg überwältigt von der Herzlichkeit der Menschen. Trotz Ihrer Armut sind die Nepalesen in Sachen Gastfreundschaft das Maß aller Dinge. Sie scheinen viele negativen Charaktereigenschaften abgelegt zu haben, die sich in unserer Gesellschaft eingeschlichen haben. Gerade im Süden des Landes faszinierte die Authentizität der Dörfer die wir besuchten. Ich wurde süchtig nach dem Lächeln der Menschen, besonders das der Kinder schien unendlich ehrlich. Scheinbare Kleinigkeiten wie Luftballons oder Kugelschreiber lösten Euphorie bei den Kleinsten aus.

Die Kultur des Himalaya und die Geschichten die es geschrieben hat, sind hochinteressant. Das Volk der Sherpas, die sich besonders in der Khumburegion angesiedelt haben, etablierte sich in den letzten Jahrzehnten als Hochträger. Niemand könnte es besser! Ehrlich! Haarsträubende Geschichten liessen sich erzählen, die uns Europäer als schlichte Weicheier enttarnen. Wir kommen vorbei an einer wichtigen Handelsroute aus Tibet und verbringen Zeit in Namche Bazar, dem letzten großen Dorf vor der hochalpinen Bergwelt. Immer wieder treffen wir auf alte Klöster. Die hohen Gipfel und steil abfallenden Wände der berüchtigten Berge lassen uns klein und machtlos erscheinen. Besonders die Abgeschiedenheit der oberen Täler hält uns immer wieder vor Augen wie ausgesetzt wir der Natur sind. Längst haben Rene und ich zu unseren beiden Bergführern, Ang Passang und Bhudda, ein besonderes Verhältnis aufgebaut und wir lernen viel über das Leben in den Bergen. Oft sitzen wir mit den beiden und den Trägern zusammen in der kalten Küche der Lodge, anstatt, wie üblich, mit dem Rest der Trekkingruppe im beheizten Raum nebenan. Zu interessant sind die Geschichten, zu verlockend das Yakfleisch oder der Tee mit Whisky, als das ich mir diese Bevorzugung entgehen lassen könnte.

Trotz vieler Schneefälle in den letzten Tagen erreichen wir unser Ziel, den 5650 m hohen Kala Patar. Dieser wirkt unter dem 7000er Pumo Ri wie ein kleiner Schutthügel. Gegenüber, zum Greifen nah, thront der Mt. Everest und langsam dämmert mir warum dieser Berg eine so große Faszination auf viele Menschen ausübt. Ab hier geht es nur noch bergab. Ich fühle mich sehr wohl auf dem Weg zurück nach unten, habe ich doch in den letzten Tagen einen großen Respekt vor der Höhenkrankheit entwickelt. Im Tal blühen bereits die ersten Rhododendrensträucher und am letzten Abend in den Bergern verabschieden wir uns von unseren Trägern mit einem gemeinsamen Fest.

In den letzten Tagen geniessen wir es in den engen Gassen von Kathmandu umherzuschlendern. Je schmaler und bunter desto besser. Wir lernen sogar noch Ang Passangs Familien kennen, als er uns zum Essen in sein Haus einlädt. Tief saß der Kulturschock an meinem ersten Tag in Asien; noch tiefer ist nun die Zuneigung zu den Nepalesen, der Respekt vor den Bergen und das Interesse an der Kultur.

 

Rundreise in Nepal

 

Everest Trekking

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