Thailand 2012

Fotos am Ende des Berichtes

Von Bangkok nehmen wir gleich den nächsten Flug in den Norden nach Chiang Mai. Hier ist der Kulturschock nicht so groß und tatsächlich gestalten sich die nächsten Tage ziemlich entspannt. Stadtbummel, Nachtbasar, gutes Essen (bestes Khao Soi!) und ein paar Thaimassagen lassen uns so richtig runter kommen. Aber unser eigentliches Ziel hier ist Chiang Rai und das mehrtägige Dschungeltrek welches wir bei der Mirror Art Foundation gebucht haben. Ein einheimischer Führer der Akha zeigt uns praktisch exklusiv seine Heimat. Wir streifen mit Ihm durch den Dschungel und lernen so einiges über das Verhalten, Jagen und Essen hier. Manche Dörfer sind noch nicht durch eine Straße erschlossen und so ist das Erlebnis erstaunlich authentisch. Tiefer Dschungel verschluckt uns und entlässt uns erst wieder in den Dörfern ans Licht. Unsere Schlafstellen befinden sich bei einer Familie im Haus. Es ist heiß und schwül.

Zurück in Chiang Mai und der obligatorischen „Night Safari“ bemühen wir uns nach ausgestandener Magenverstimmung um den Nachtzug nach Süden. Nach angenehmer Fahrt wachen wir morgens in Ayutthaya auf und beschließen nach einem Frühstück weiterzuziehen. Die Magenverstimmung inkl. Fieber ist ausgeschwitzt.

Spontan steigen wir in den nächsten Zug in Richtung Osten des Landes. Zum Khao Yai Nationalpark. Hierher zieht es wenige Touristen und die Zugfahrt nach Pak Chong hat schon ein anderes Flair. Am Bahnhof ergibt sich eine günstige Möglichkeit für eine Unterkunft. Ich muss gestehen wir lassen uns von „Thai Hostel under German Management“ locken. Und siehe da, alles passt. Günstig, sauber und entspannt. Dazu super Essen und tolle Organisation von Führungen im Nationalpark. Unser Guide, ein ehemaliger Muay Thai Kämpfer, ist ein sympathischer Typ. So verbringen wir hier ein paar schöne Tage an Wasserfällen, im Dschungel zwischen uralten Bäumen und den legendären Fledermaushöhlen. Hier kommen in der Dämmerung Schwärme von Tausenden aus ihren Löchern geflogen und man kann sich bis heute nicht genau erklären Warum. Zwischendurch ist Anja etwas angeschlagen, aber auch das ist recht schnell ausgestanden.

Unser nächstes Ziel ist eine Insel weiter unten im Süden. Der Bus kommt für thailändische Verhältnisse pünktlich (ca. 1h aber „no problem, no problem“) und führt uns leider über Pataya. Hier heißt es eigentlich nur Augen zu und durch. Furchtbarer Massen- und Sextourismus. Also nehmen wir den erst besten Bus und setzen nach ein paar Stunden nach Koh Chang über.

Was für eine Wohltat. Wir nehmen ein Taxi in den Süden der Insel und werden unterwegs komplett nass gespritzt. Es ist Songkran – das Wasserfest. Eigentlich ein traditionelles Thaifest, aber die Touridödel müssen natürlich wieder übertreiben. Wir landen im Little Eden, einem traumhaften Resort an einem mittelmäßigen Strand. Das Highlight hier sind der britische Gastgeber, geniales Essen, Radler mit Eiswürfeln und die Hängematte vor unserer Hütte. Hier bleiben wir ein paar Tagen und erkunden mit Rollern, die wir eigentlich nicht fahren dürften, die Insel. So rollen wir weiter immer dem Ende der Inselstraße entgegen und finden eine noch bessere Unterkunft. Unser eigener Bungalow zwischen Palmen am Strand. Mit kleinen Reggae-Bars in der Nähe und einem Kanuverleih. So stell ich mir das vor. Am Abend gehört der Strand uns und der Cocktail schmeckt noch viel besser. Doch mir wird rasch etwas langweilig und so mache ich mich mit dem Roller auf ans andere Ende der Insel. In einem wenig touristischen Fischerdorf wo es ein paar Segler geben soll, will ich versuchen eine Mitsegelgelegenheit für uns aufzutun. Auch hierher hat es ein paar deutsche Auswanderer verschlagen, aber niemand zeigt so richtig Interesse mit uns ein paar Baht zu verdienen. Es läuft Formel 1 im Fernsehen. Dafür buchen wir uns für morgen einen Schnorchelausflug. Es ist nicht gerade ein kleines Boot und auch in den Buchten in denen wir Ankern sind wir bei Weitem nicht allein. Unter Wasser aber erlebt man dann doch eine visuelle Explosion. Hunderte Fische in allen Farben in herrlich warmen Wasser. Wie ist es dann erst in einsamen Buchten? Wahnsinn.

Thailändische Inseln erfahren früher oder später das gleiche Schicksal. Sie werden komplett durch einen Straße und somit für den Tourismus erschlossen. Aber auf Koh Chang gab es 2011 noch einen Strand zu dem nicht eine Straße führte. Natürlich paddle ich dort hin. Es dauert etwas aber es hat sich gelohnt. So muss es Leonardo DiCaprio in „The Beach“ ergangen sein. Traumhaft. Und es liegen sogar Kokosnüsse am Strand rum. Natürlich nehme ich eine für später mit. Der Abend wird wieder bei einem Mai Tai in der Hängematte verbracht.

Doch auch diese Zeit geht zu Ende. Auf der Fähre zum Festland entlädt sich nochmal ein prächtiges Gewitter über dem Paradies. 7 Stunden später im Bus sind wir dann in Bangkok. Hier verbringen wir dann noch ein paar Tage. Unser Hotel liegt günstig gelegen am Fluss und so erkunden wir die Khaosan Road, den Großen Palast und noch ein paar andere Muss-man-gesehen-haben-Ziele. Hin und wieder lassen wir uns aber treiben und stoßen so auf der Bootsfahrt auf einen älteren Thai der super deutsch spricht. Er hat früher im „4 Jahreszeiten“ als Koch gearbeitet. Er zeigt uns etwas von seiner Stadt und lädt uns in ein unscheinbares aber sehr gutes Chinarestaurant ein. Die Ente geht auf Ihn und das Erlebnis ist natürlich unbezahlbar. Hierher hat es keine Touristen verschlagen. Der Markt in Chinatown und ein Besuch eines riesigen Einkaufscenters mit jeder Menge „günstiger“ Ware beschließt unseren Aufenthalt in Bangkok. Hoffentlich checkt mich in München nicht der Zoll.

Doch so wollen wir unseren Urlaub nicht abschließen. Am Abend suchen wir am Fluss ein sehr schönes Restaurant auf und stoßen nochmal auf die letzten Wochen an. Thailand muss man erlebt haben. Es ist weniger exotisch als man sich es manchmal wünschen würde, aber doch denkt man sich, hierher komme ich nochmal.

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