Iron Curtain Trail 2014

Die Räder wuchten Chris und ich Anfang Mai in den Zug am Münchner Hauptbahnhof und machen uns über unsere Brotzeit und Bier her. Als Einstimmung auf den Iron Curtain Trail – Eiserner Vorhang oder wie  man auch immer sagen will. Bequem geht es nach Bayrisch Eisenstein mitten im Bayrischen Wald. Nieselregen empfängt uns an der tschechischen Grenze.

Der Iron Curtain Trails ist gut beschrieben und verbindet verschiedene Radwege. Wir durchkreuzen die Wildnis des Bayrischen Waldes und halten uns stets an der Grenze. Die Temperatur fällt immer weiter und der Regen verwandelt sich zwischenzeitlich in Graupel und etwas Schnee. Im Mai, wohlgemerkt. Es ist kalt, irgendwie beklemmend und passt somit hervorragend zur Stimmung entlang des ehemaligen Eisernen Vorhanges. Wir wechseln zwischen Bayern und Tschechien und später zwischen Österreich und Tschechien immer im einstigen Niemandsland. Etwas was noch vor 30 Jahren unmöglich gewesen wäre. Wildzelten auf Wiesen neben Kolonnenwegen auf denen früher Militär patrouilliert hat. Wie die Zeiten sich doch ändern. Hier und dort finden sich Reliquien aus dieser Zeit. Freie Grenzstreifen in der Natur, historische Schilder und Schranken, Gedenktafeln, alte Grenzhäuser und Bunkeranlagen.

Während es langsam wieder wärmer wird, fangen wir an die Tour bei bestem Wetter zu genießen. Trotz ständigem auf und ab und gerade wegen der Grenzwechsel durch dünn besiedelte Natur. Wald und Wiesen, kleine Dörfer mit vielen Geschichten. Ein paar davon werden uns in einem Wirtshaus auf bayrischer Seite erzählt. Im Waldviertel wird es langsam flacher und die Landschaft weiter. Wir radln stets auf kleinen Sträßchen mit sehr wenig Verkehr und schlagen abends wenn es uns gefällt die Zelte am Waldrand auf.

Bei Znojmo müssen wir uns entscheiden. Weiter nach Wien und dann mit dem Zug zurück? Oder nach Süden das Weinviertel durchqueren und über den Donauradweg zurück nach Passau? Die Entscheidung ist schnell gefällt. An der Donau angekommen wird erstmal ausgiebig gegrillt. Ein Dutzend „Donauradler“ schaut uns dabei verwundert zu. Die letzten 200 km reißen wir dann auch noch runter und setzen uns in Passau in den Zug.

Eine höchst interessante Tour mit insgesamt 800 km in 1 Woche. Schade das wir nur einen kleinen Teil vom Iron Curtain Trail kennenlernen konnten. Es lohnt sich allemal dort weiterzufahren wo wir gestoppt haben. Oder eben in die andere Richtung.

 

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